Rilke und die Musik

„Was uns anrührt, dich und mich“

BR KLASSIK

Rainer Maria Rilke und die Musik der Worte

> Sendung: Musikszene DLF

> Sendung: BR KLASSIK

  • Zum 150. Geburtstag des Dichters

Mit seinen Gedichten bin ich aufgewachsen. Ihr Rhythmus hat sich mir eingeschrieben. Ohne Rilke-Gedichte – wäre mein eigenes Schreiben ein anderes? Seine Sprache klingt. Seine Sprache ist Musik. Seine Wortmusik hab ich verinnerlicht. Es war mir ein persönliches Anliegen, die Musikalität seiner Dichtung besser zu verstehen. (BM)

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Das „Liebes-Lied“ ist eines der berühmtesten Gedichte von Rainer Maria Rilke. „Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht“, heißt es dort. Sprache und Musik – bei Rilke fließen beide klanglichen Ausdrucksweisen ineinander. Ist es die Musik seiner Sprache oder eine Sprache der Musik, die eine schier unendliche Quelle für Musik oder Gesang zu Rilkes Texten war und ist? Dabei hatte der Dichter selbst ein ambivalentes Verhältnis zu Vertonungen seiner Lyrik: „Darf eigentlich jeder Komponist alles Gedicht, was ihm gerade passt, nehmen und in seinen Musikkonserven einlegen?“, empörte er bei seinem Verleger Anton Kippenberg. Musik als bloße Zutat zum Gedicht – darum geht es dem Cellisten und Komponisten Michael Denhoff allerdings nicht. Seit über 50 Jahren beschäftigt er sich musikalisch mit Rilkes Texten: „Der Anstoß, der von diesen wohlgewählten Worten ausging, hat mich animiert.“ Es ist ein Impuls, der bis heute immer wieder neu auch junge internationale Musikerinnen ergreift – eine poetische Schwingung, die über Generationen hinweg zu Klängen inspiriert.

Pressetext BR KLASSIK

Autorin und Regie: Bettina Mittelstraß
Redaktion: Falk Häfner (BR) | Oliver Cech (DLF)
Produktion: Bayerischer Rundfunk 2025

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